RESTLICHT  |  INTERREGNUM
Volker Hagemann

(English below

Die Ausstellung „RESTLICHT | INTERREGNUM“ verbindet Fotografie und Lyrik. Gezeigt werden zwölf Fotografien und vierundzwanzig Gedichte, deutsch und englisch. Verfasst wurden die Texte von einer künstlichen Intelligenz, die auf die hochgeladenen Fotografien passgenau reagierte.

Die größtenteils dieses Jahr in Paris erstellten Fotografien zeigen, teils leicht verfremdet, reale Motive. Wiederkehrende Themen sind das Erhabene und Sakrale, das Erstarren und der Verfall. Obwohl jedes Bild für sich gelesen werden kann, tritt es mit den anderen Bildern der Serie, vor allem aber mit den zugeordneten Texten, in einen Dialog. Die zu den Bildern generierten Texte referenzieren die Stimmen bedeutender, bereits verstorbener Lyriker der deutschen und englischsprachigen Literatur. Ein melancholischer, leiser Nachhall der Hochkultur.

In der Ausstellung eröffnet die Interferenz zwischen Bild und Text dem Betrachter Sichtweisen, Emotionen und Gedanken, die er aus einer reinen Bildbetrachtung heraus nicht gehabt hätte. Worte lassen Details in Bildern hervortreten, fotografische Details geben Textzeilen Raum und Körper. Es stellen sich aber auch Fragen nach Aura und Originalität, nach dem Verhältnis von menschlicher und maschineller Wahrnehmung und ihrer Umsetzung im künstlerischen Ausdruck. Während der Ausstellungsteil „RESTLICHT“ die Präsentation von Bildern und Texten im Fokus hat, thematisiert „INTERREGNUM“ die ästhetischen und theoretischen Hintergründe in einem die Ausstellung begleitenden Künstlerbuch.

REMNANT LIGHT  |  INTERREGNUM
The exhibition „RESTLICHT | INTERREGNUM“ brings together photography and poetry. On display are twelve photographs and twenty-four poems, in German and English. The texts were written by an artificial intelligence that responded precisely to the uploaded photographs.

The photographs, most of them made this year in Paris, show real subjects, in part slightly altered. Recurring themes are the sublime and the sacred, stillness and decay. Although each image can be read on its own, it enters into a dialogue with the other images in the series, and above all with the texts assigned to it. The texts generated for the images draw on the voices of significant, already deceased poets of German- and English-language literature. A quiet, melancholy echo of high culture.

In the exhibition, the interference between image and text opens up perspectives, emotions and thoughts for the viewer that mere contemplation of the image would not have yielded. Words make details in the images emerge; photographic details give lines of text space and body. But questions also arise: about aura and originality, about the relationship between human and machine perception and its realization in artistic expression. While the exhibition section „RESTLICHT“ focuses on presenting images and texts, „INTERREGNUM“ addresses the aesthetic and theoretical background in an artist’s book that accompanies the exhibition.